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"Ist ja alles schön und gut mit Ihrem
Wasserschloss", sagt Herr W. aus Essen-Huttrop mir am Telefon. "Aber
für´n Biergarten fahr ich keine 25 Kilometer. Wat is´denn hier
schön?" Also, lieber Herr W., wenn mit "hier" Essen gemeint ist,
dann nehmen Sie sich doch mal ´ne Karte zur Hand (die braucht man
wirklich) und suchen da irgendwo in Heisingen an der Ruhr mal ganz
in Ruhe die Strasse Rote Mühle. Hier steht ein altes
Fährhaus, direkt an der Ruhr (wo soll ein Fährhaus in Essen
auch sonst stehen) und an schönen Abenden ist das eine echte
Revier-Perle. Wer den Hals reckt, sieht sogar einen Förderturm. Als
es noch Pütts gab, setzten hier Kumpel von Zeche Helene über. |
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Das ist lange her. Und das Fährhaus ist noch viel
älter, über 250 Jahre. Heute kann kein Radler widerstehen, hier Rast
zu machen, führt doch die Kaiserroute Aachen-Paderborn an der Roten
Mühle vorbei. Man rastet hier nicht der Küche wegen, auch wenn die
Tageskarte mehr als Jägerschnitzel zu bieten hat (selbst das
übrigens mit frischen Pfifferlingen für 11 € kein schlechter
Imbiss).
Hier legt an, wer Schwäne gucken will, die Ruhr
leise vor sich hin glucksen hören mag, die Abendsonne auf der
Backsteinmauer, die den Biergarten umgibt, anblinzelt. Apropos
Sonne: Nur bei schönem Wetter ist hier der Zapfhahn in Betrieb. Bei
Regen hat die Rote Mühle Ruh´. |